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Rittergüter und Herrenhäuser

Kulturelle Anziehungspunkte mit Geschichte

Entdeckerpfad Gnandstein - Foto: Bianka Behrami Entdeckerpfad Gnandstein - Foto: Bianka Behrami

Im Kohrener Land spielen Rittergüter und Herrenhäuser eine besondere Rolle. Wer hier unterwegs ist, wird schnell eine ganz andere Gebäudestruktur als anderswo feststellen. Denn neben den herrschaftlich anmutenden Häusern gehören auch viele Drei- und Vierseithöfe zum Ortsbild. 

Die Rittergüter und Herrenhäuser, einst Treffpunkt kulturell, politisch und künstlerisch Gleichgesinnter, lassen den Hauch vergangener Zeiten erahnen. Einige von ihnen liegen im Dornröschenschlaf, andere sind heute wieder beliebte Treffpunkte und Ausflugsziele. Ihre Bausubstanz soll nachhaltig gerettet werden, damit sich die Objekte künftig wieder zum Anziehungspunkt für Kulturinteressierte entwickeln können.

Im Rahmen eines Projektmanagements wurde in den vergangenen Jahren herausgearbeitet, dass die Entwicklung eines Rittergutes immer mit dem Bau einer Kirche einherging. Das ist ein hervorragender Anknüpfungspunkt für die Vernetzung mit den anderen Komplexprojekten im Land des Roten Porphyr, insbesondere mit der Via Porphyria sowie der Welt des Roten Porphyr, da die meisten Kirchen im Land des Roten Porphyr mindestens Fassadenelemente aus dem einmaligen Rochlitzer Porphyr besitzen.

Auf historischen Pfaden unterwegs

Herausragendes Projekt im Rahmen des Komplexprojektes Rittergüter und Herrenhäuser ist der Entdeckerpfad Gnandstein. Im Rahmen einer Vor-Ort-Begehung mit der Verantwortlichen der „Themendörfer Sachsens" wurden Gnandstein gute Chancen als "Burgdorf" eingeräumt. Mit dem Titel „Burgdorf Gnandstein" hätte die Region ein weiteres Alleinstellungsmerkmal innerhalb Sachsen. Durch die Stadt Kohren-Sahlis, dem Regionalmanagement (RM) und dem Projektmanagement (PM) wurden die Stärken und Schwächen sowie die Chancen und Risiken aufgearbeitet und bewertet. Grundsätzlich fehlt es Gnandstein, das mit Burg, Märchengarten, Burggarten, Kirche, Blaudruckwerkstatt, Wanderrastplatz und verschiedenen gastronomischen Einrichtungen ein erhebliches Potential als Themendorf aufweist an einem vernetzenden Element. Projektmanagement und Regionalmanagement erstellten mit lokalen Akteuren das Konzept eines Burgpfades, der auf historischen Pfaden die einzelnen Bereiche Gnandsteins attraktiv miteinander vernetzt. Mehrere Arbeitskreissitzungen und Begehungen entwickelten das Projekt vom Konzept bis hin zum realisierbaren Pfad, inklusive Beschilderung.

Mit dem Entdeckerpfad werden der besondere Charakter Gnandsteins als Burgdorf, nämlich als Zentrum eines kleinen feudalen Herrschaftsgebiets derer von Einsiedel, und die historische Siedlungsstruktur nachvollziehbar gemacht. Im Gnandsteiner Kreuzungspunkt von Wander-, Reit- und Radwegen des Kohrener Landes, der Via Porphyria und des Lutherweges wird eine eigenständige Attraktion des Landtourismus geschaffen und ein Kulturerbe erlebbar, das sich aus dem Zusammenspiel von Burg, Rittergut und Bauerndorf entwickelt hat.

In acht Ortsbereichen wurden Tafeln aufgestellt, die mit Fotos, Jahresdaten, einem Fließtext zu besonderen Ereignissen und Einrichtungen und zu naturräumlichen und architektonischen Gegebenheiten sowie mit einem Aufruf, eine Besonderheit zu entdecken, auf den Charakter des jeweiligen Ortsbereichs hinweisen. Am Parkplatz wurde eine Übersichtstafel mit dem Ortsplan Gnandsteins errichtet, auf dem die Standorte der Tafeln eingezeichnet sind und auf dem zu einem Rundgang durch den Ortskern (1,6 km) und einen Spaziergang nach Wüstenhain und zum Friedhof (3,5 km) eingeladen wird. In einem Faltblatt werden die Details der Gnandsteiner Siedlungsstrukturen im Zusammenhang mit überregionalen Entwicklungen und Ereignissen behandelt.

Die Einweihung fand im Oktober 2013 in Form eines geführten Rundgangs mit den Verantwortlichen für die Erarbeitung des Pfades statt.

Die Kombination aus Übersichtstafeln und Faltblatt erwies sich von Anfang an als erfolgreich. Die Gäste sehen es als sehr positiv an, sich jederzeit an den Schautafeln informieren zu können und – wenn sie die Geschichte rund um das Burgdorf weiter vertiefen möchten – zusätzlich das Faltblatt als Informationsquelle nutzen zu können.

Besonders die Übersichtstafel zum Burgpfad, die direkt auf dem Parkplatz aufgestellt wurde, ist von großem Vorteil. Denn durch sie werden auch Gnandstein-Besucher, die vorher den Pfad noch nicht kannten, auf diesen aufmerksam gemacht und können ihn direkt ablaufen.

Das Faltblatt zum Entdeckerpfad können Sie sich nachfolgend herunterladen:

Faltblatt Entdeckerpfad Gnandstein (428 kb)

Eine "Schatzkarte" für die Region

Beim Komplexprojekt Rittergüter und Herrenhäuser wurde in der Erarbeitung festgestellt, dass unsere Region sehr eindrucksvolle Objekte aufzuweisen hat, die damals im ILEK an erster Stelle als Komplex betrachtet wurden. Im Sinne der Vernetzung auf der kulturhistorischen Ebene ist eine intensivere Zusammenarbeit mit der Region Leipzig empfehlenswert. Zum einen stehen die historischen Gebäude in einem Zusammenhang und zum anderen gestaltet sich das Projekt attraktiver, wenn die Objekte aus Markleeberg und Borna mit denen aus dem Land des Roten Porphyr gemeinsam betrachtet werden. Die Objekte im direkten Süden von Leipzig stellen bei den gut erhaltenen Gebäuden die Mehrzahl gegenüber denen die direkt im Porphyrland liegen dar. Im Rahmen einer stärkeren Vernetzung mit diesen Vorzeigeobjekten soll den lokalen Akteuren die Möglichkeit gegeben werden, vom direkten Umfeld zu lernen und evtl. vorhandene Angebote im Porphyrland zu erweitern.

Mit der gedruckten Faltkarte möchte das Projektmanagement auf die „Schätze“ der Region aufmerksam machen und zeigen, welche Potentiale in den geschichtsträchtigen Objekten stecken. Ziel ist es, Interessenten zu finden, die Lust haben, in einem Förderverein rund um eines der Gebäude aktiv zu werden und unsere Region so für alle noch ein wenig interessanter zu gestalten.

Um die Lage und die Angebote der einzelnen Objekte zu veranschaulichen, wurde eine Übersichtskarte erarbeitet. Der Kartenausschnitt wurde so gewählt, dass alle Objekte gut sichtbar entsprechend ihrer Nummerierung eingetragen werden konnten. Auf der Rückseite der Karte sind die Kontaktdaten, die Nutzung und eventuelle Öffnungszeiten der 33 ausgewählten Häuser dargestellt. Dazu gibt es jeweils eine kurze Beschreibung der wichtigsten und interessantesten Fakten zum Objekt.

Eine Einleitungsseite stimmt auf das Thema Rittergüter und Herrenhäuser ein. Um die Maßnahme auch mit anderen ILEK-Projekten zu vernetzen, sind beispielsweise auch die „Via Porphyria“ und der „Lutherweg“ in die Karte integriert. Außerdem wurde die Karte gemäß des Layouts der bisherigen ILEK-geförderten Druckerzeugnisse gestaltet. So ist es möglich den Gesamtzusammenhang des Komplexprojektes Schlösser, Rittergüter und Herrenhäuser in der LEADER-Region Land des Roten Porphyr darzustellen.

Die Faltkarte wurde in einer Auflage von 10.000 Stück gedruckt und ist für Interessenten kostenfrei in den Tourist-Informationen in Gnandstein und Rochlitz erhältlich. Sie stößt seither auf ein großes Interesse. Eine Displaywand (s. Seite 22) mit den im Faltblatt dargestellten Schlössern, Rittergütern und Herrenhäusern wirkt bei Präsentationen optisch als Anziehungspunkt auf die Besucher.

Hier können Sie sich die Faltkalte zur Ansicht herunterladen:

Faltkarte "Rittergüter und Herrenhäuser im Kohrener Land und in der Region Leipzig" (1,33 MB)

Displaywand

Im gleichen Layout wie die Faltkarte entstand eine Displaywand. Sie zeigt mittels ansprechender Fotos das Potential, dass in den Rittergütern und Herrenhäusern der Region steckt und animiert so dazu, sich selbst mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Die Displaywand soll künftig genutzt werden, um Interessenten, Einheimische und mögliche Multiplikatoren weiter für das Thema zu sensibilisieren, beispielsweise im Rahmen weiterer Stammtische der Objektverantwortlichen.

Außerdem ist eine Art Wanderausstellung in den verschiedenen Herrenhäusern und Schlössern vorgesehen, die schon von einzelnen Besitzern angefragt ist, zum Beispiel im Herrenhaus Störmthal und im Herrenhaus Kahnsdorf.

Grafik: BUR Werbeagentur GmbHGrafik: BUR Werbeagentur GmbH