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„Geopark-Plus. Geoparks gemeinsam weiterentwickeln“

Transnationale LEADER-Kooperation

Geoportal Porphyrhaus - Foto: Stadtverwaltung Rochlitz Geoportal Porphyrhaus - Foto: Stadtverwaltung Rochlitz

Seit Dezember 2014 gehört der Geopark Porphyrland. Steinreich in Sachsen aufgrund seiner besonderen geologischen Ausstattung zu den 16 Nationalen GeoParks in Deutschland und konnte diese nationale Zertifizierung 2019 erfolgreich verteidigen.

Die Stadt Rochlitz im Land des Roten Porphyr ist schon länger Teil des Geoparks, schließlich ist der Rochlitzer Berg die Heimstätte des Rochlitzer Porphyrs.

Das Regionalmanagement begleitete aktiv den Geopark bei der Umsetzung der Ziele durch eine Teilnahme an den verschiedenen Veranstaltungen des Geoparks.

Die Kooperationsvereinbarung im Sinne von LEADER wurde ursprünglich für den Zeitraum von 2016 bis 2020 geschlossen. Anfang 2020 wurde die Verlängerung des Kooperationsprojektes bis Ende 2023 beschlossen, da noch nicht alle Zielstellungen innerhalb der Themenfelder abgearbeitet wurden.

Kooperationspartner sind die Lokale Aktionsgruppe (LAG) Lebens.Wert.Pongau (Salzburg, Österreich), die Regionale Aktionsgruppe Gotha–Ilm-Kreis–Erfurt (Thüringen, Deutschland), sowie die LAGn Leipziger Muldenland (federführende LEADER-Region), Land des Roten Porphyr, Sachsenkreuz+ und Sächsisches Zweistromland – Ostelbien (Sachsen, Deutschland). Die Projektpartner sind der Nationale GeoPark Thüringen Inselsberg – Drei Gleichen, der UNESCO-Geopark Erz der Alpen und der Nationale Geopark Porphyrland. Steinreich in Sachsen.

Im Rahmen der Unterstützung der überregionalen Kooperation Geopark Porphyrland seitens des Regionalmanagements wurde das Bildungsprojekt im Geoportal auf dem Rochlitzer Berg auch 2020 mit Fachvorträgen fortgesetzt. Für Interessierte wurden diese mit dem Referenten Dr. Wolfgang Gerber, Fachlehrer für Geografie, Mitglied und Fachberater des Geoparks Porphyrland. Steinreich in Sachsen e.V. geplant. Nach dem coronabedingten Ausfall im Mai, fand der Juni-Vortrag sehr erfolgreich statt (Thema „Supervulkan und Eiszeitgletscher im Geopark Porphyrland. Steinreich in Sachsen“). Aufgrund der großen Nachfrage wurde der Fachvortrag eine Woche später wiederholt. Weitere solcher Vorträge wurden im September (Thema „Erstellen Sie Ihre eigene Wetterprognose“) und Oktober (Thema „Der Klimawandel in Sachsen“) durchgeführt. Im Anschluss der Fachvorträge im Geoportal auf dem Rochlitzer Berg wurden jeweils Porphyr-Führungen organisiert.

Mit der Etablierung der Fachvorträge im Rahmen der LEADER-Kooperation „Geopark-Plus. Geoparks gemeinsam weiterentwickeln“ kann sich das Geoportal Porphyrhaus als Veranstaltungs- und Bildungsort weiterentwickeln. Durch die Nutzung des angrenzenden Porphyr-Lehrpfades auf dem Rochlitzer Berg wird die Sensibilisierung für die Natur rund um den Rochlitzer Berg und die touristische, naturnahe Inwertsetzung des Geotops entwickelt.

Gemeinsame Kooperationsprojekte

Kooperationsprojekt „Projektmanagement Geopark-Netzwerkmanager für den Geopark Porphyrland. Steinreich in Sachsen“, „Assistenz zur Qualifizierung des Geoparks“, „Kommunikationsassistenz“ und „Assistenz Geotopschutz & -pflege“

Die Ziele des Kooperationsprojektes „Projektmanagement Geopark-Netzwerkmanager für den Geopark Porphyrland. Steinreich in Sachsen“ waren 2020 unter anderem die Weiterentwicklung des Geoparks und die Unterstützung der Geoportale, um die Wahrnehmung des Geoparks in der Öffentlichkeit zu stärken. Eingeordnet in diese Förderung sind u.a. die Geotoperfassung und die Erstellung einer Geotopdatenbank, die Erarbeitung eines Marketingkonzepts sowie eines Geoparkmanagementkonzepts.

In Zusammenarbeit mit der in 2020 ausgelaufenen Stelle „Assistenz zur Qualifizierung des Geoparks“ entstanden im Jahr 2020 die Imagebroschüre „Schätze aus Vulkanen – Eine Zeitreise durch 500 Millionen Jahre Erdgeschichte“ sowohl in deutscher als auch in englischer Sprache sowie der Übersichtsflyer „Auf den Spuren des Supervulkanismus“ neu. Ausgeschrieben und beauftragt wurde 2020 auch das Geopark-Werbevideo. 2020 veröffentlichte der Geopark Porphyrland auf seiner Internetseite und auf www.outdooractive die beiden GeoRouten im Land des roten Porphyr: GeoRoute Rochlitz – Fischheim – Seelitz – Rochlitz sowie GeoRoute Wechselburg – Sornzig. Die GeoRoute Wechselburg – Sornzig war zudem Gegenstand einer Weiterbildungsveranstaltung für die GeoRanger.

Das Regionalmanagement unterstützt den Geopark außerdem in Abstimmung mit der Stadt Rochlitz bei der Planung einer neuen GeoRoute auf dem Rochlitzer Berg, die den südlichen Teil mit den vorhandenen Altbrüchen besser erlebbar machen sollen.

Ab Januar 2021 wird die Stelle „Kommunikationsassistenz“ neu besetzt. Deren Ziele sind u.a. die weitere Umsetzung des Marketingkonzeptes des Geoparks Porphyrland, die Erarbeitung eines Fünf-Jahres-Marketingmanagementkonzepts, die Entwicklung öffentlichkeitswirksamer Kampagnen und die zielgruppenorientierte Öffentlichkeitsarbeit.

Leider etwas später als geplant kann die im Sommer 2020 ausgeschriebene Stelle „Assistenz Geotopschutz & -pflege“ ab März 2021 besetzt werden. Arbeitsschwerpunkte sind die Erarbeitung und der Abschluss von Pflegevereinbarungen zum Schutz und Erhalt der Geotope gemeinsam mit den Eigentümern sowie die stetige Aktualisierung der Geotopdatenbank.

Neue Ausbildung zum GeoRanger im Nationalen Geopark Porphyrland

Der Geopark Porphyrland e.V. begann im Januar 2020 eine neue Ausbildungsreihe zur Gewinnung weiterer GeoRanger. Als GeoRanger bezeichnet der Geopark seine mit geologischen Fachwissen und weiteren Fachkenntnissen ausgestatteten Gästeführer, die auf dem Gebiet des Nationalen Geoparks Porphyrland zwischen Thallwitz im Norden und Rochlitz im Süden Exkursionen und Führungen sowie geowissenschaftliche Projekt- und Erlebnisangebote durchführen.

Das Regionalmanagement unterstützte den Geopark ideell bei der Vorbereitung und war an der Auswahl der Bewerber beteiligt.

Sie trafen sich seit Januar 2020 an 11 Samstagen zu Weiterbildungseinheiten und haben vier praktische Prüfungsexkursionstage, Hausarbeit und eine Prüfung bewältigt.

Am 27. Juni 2020 konnte die Zertifikatsübergabe an 17 neue GeoRanger erfolgen. Die enorme Fachbreite der neuen GeoRanger-Staffel von Steinmetzen, Restaurator, Natur- und Landschaftsführern, Pädagogen, Geographen, Geologen, Touristiker und Bergbauingenieuren im Alter zwischen 30 und 65 Jahren wird eine vielfältige Produktentwicklung für das Geopark-Gebiet zwischen den Hohburger Bergen und dem Rochlitzer Berg ermöglichen.

Zu den neuen GeoRangern gehört u.a. Anja Schwulst. Sie hat sich im Rahmen der GeoRanger-Ausbildung auf Frauen als Zielgruppe spezialisiert und bot Anfang August 2020 die Frauentour „Wandern und Wundern“ auf dem Rochlitzer Berg an.

Ein weiterer neuer GeoRanger ist Jens Oehme. Er bietet u.a. Führungen über den Porphyrlehrpfad auf dem Rochlitzer Berg an und begeistert verschiedene Altersgruppen mit seiner Leidenschaft für die künstlerische Steinbearbeitung des Rochlitzer Porphyrtuffs.

Auch GeoRanger Rainer Spreer aus der ersten Ausbildungsrunde lud in 2020 – soweit coronabedingt möglich – zu einzelnen Touren rund um den Rochlitzer Berg ein.

Klimawandelmanager im Geopark Porphyrland

Zusammen mit den Lokalen Aktionsgruppen Delitzscher Land, Dübener Heide, Leipziger Muldenland (Federführung), Südraum Leipzig, Sachsenkreuz+, Sächsisches Zweistromland-Ostelbien, Schönburger Land, Klosterbezirk Altzella ist die LAG Land des Roten Porphyr Teil des Kooperationsprojektes. Das Projekt ist ein Vorhaben vom Tourismusverband Sächsisches Burgen- und Heideland, das über LEADER von einer EU-Förderung profitiert. Ziel ist, bis 2020 die Gärten und Parks in den Regionen zu analysieren und zu beraten.

Aus unserer Region gehören die folgenden Parks und Gärten zum Projekt: Unterer Stadtpark und Oberer Stadtpark mit Tierpark in Geithain, Park Wechselburg, Rokokogarten Sahlis, Gutspark mit dem Schwindsaal Rüdigsdorf, Gutspark Benndorf, Schlosspark Frohburg, Park im Rittergut Prießnitz, Schlosspark Königsfeld und Wettinhain Burgstädt.

Inzwischen konnten alle Gartenanlagen, die am Kooperationsprojekt beteiligt sind, besichtigt werden. Es erfolgten bereits Analysen der einzelnen Objekte sowie individuelle Beratungen als Basis für die weitere Qualifizierung, für die beispielsweise Anträge auf LEADER-Förderung gestellt werden können.

Daraus konnten sich inzwischen bereits erste Folgeprojekte in unserer Region entwickeln. So gab zum Beispiel die Stadt Burgstädt in Eigenfinanzierung ein Konzept zur Weiterentwicklung des Wettinhains in Auftrag. Die Kommunen Königsfeld und Geithain nutzten den Aufruf zum Regionalbudget 2020, um im Schlosspark Königsfeld das Rondell neu zu gestalten und Teile des Oberen Stadtparks in Geithain zu sanieren.